Sich durch die Inhalte einer Weiterbildung zu arbeiten, ist die eine Sache. Den Stoff aber pünktlich zur Abschlussprüfung parat zu haben, eine ganz andere und deutlich schwierigere Aufgabe. Plötzlich tauchen tausend Fragen auf: Wie lerne ich am besten? Wie viel Zeit muss ich einplanen? Wie organisiere ich meine Lernphasen?

In diesem umfangreichen Leitfaden zur Prüfungsvorbereitung erkläre ich dir genau, welche Aspekte du beachten musst. Mit diesem Wissen kannst du dir einen individuellen Plan erstellen, mit dem du deine nächste Prüfung bestehen wirst.

Welche Elemente sollten in einer guten Prüfungsvorbereitung zu finden sein?

Das Ziel der Prüfungsvorbereitung ist klar: Du willst möglichst reibungslos deine Prüfung bestehen. Am Tag X müssen alle Inhalte perfekt im Kopf verankert sein. Du musst sie nicht nur verstanden haben, sondern auch abrufen und anwenden können.

Genau dieser Schritt ist die große Herausforderung.

Um ihn erfolgreich zu meistern, reicht es nicht, deine Skripte einfach 1000-mal durchzulesen. Das mag auf den ersten Blick nach der effizientesten Methode aussehen – schließlich musst du keine Karteikarten oder Zusammenfassungen schreiben.

Im Endeffekt dauert es aber viel länger, die Inhalte wirklich im Kopf zu verankern – falls es überhaupt klappt. Daher solltest du deine Prüfungsvorbereitung abwechslungsreicher gestalten und auf unterschiedliche Lernformen setzen. Dazu gehören:

Zusammenfassungen oder Mindmaps

Das erste Element der Prüfungsvorbereitung sollten immer Zusammenfassungen sein – welches Format du dabei nutzt, ist erstmal egal.

Entscheidend ist, dass du aus dem großen Berg an Inhalten (Skripte und Bücher) einen überschaubaren Hügel machst (Zusammenfassungen).

Diese Zusammenfassungen sollten dir anschließend als Lerngrundlage dienen. Wenn sich später noch Detailfragen ergeben, kannst du immer noch gezielt in deine Unterlagen und Bücher schauen.

In welchem Format lassen sich Zusammenfassungen erstellen?

In diesem Punkt sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ich persönlich nutze für den groben Überblick gerne Mindmaps, weil sie mit einem Blick alle wichtigen Informationen liefern. Wenn es etwas detaillierter wird, helfen oft klassische schriftliche Zusammenfassungen – ergänzt mit Grafiken.

Die wichtigste Anforderung sollte immer sein, dass du eine klare Struktur in deine Unterlagen bringst.

Unser Gehirn arbeitet gerne mit Verknüpfungen. Du kannst deine Chance, die Prüfung zu bestehen, relativ einfach steigern, indem du in Zusammenhängen denkst. Versuche möglichst oft, neues Wissen mit altem Wissen zu verknüpfen. Diese Bindungen bleiben länger im Gehirn als „totes“ Wissen, dass du dir einfach stupide eingetrichtert hast.

Mit Mindmaps kannst du dir sehr einfach einen Überblick über alle wichtigen Themen deiner Prüfung verschaffen.
Mit Mindmaps kannst du dir sehr einfach einen Überblick über alle wichtigen Themen deiner Prüfung verschaffen.

Karteikarten

Sie sind ein Klassiker der Prüfungsvorbereitung, auf den niemand verzichten sollte. Dabei ist es egal, ob du Karten aus Papier nutzt oder eine der zahlreichen Apps verwendest (in diesem Video findest du eine schöne Übersicht der Karteikarten-Apps).

Der entscheidende Faktor ist, dass du auf individuelle Karteikarten setzt.

In jeder Weiterbildung gibt es eine Reihe von Begriffe, Definitionen oder Formeln, die du einfach auswendig können MUSST. Sie bilden die Grundlage dafür, das Wissen später gezielt anzuwenden.

Für diesen Anwendungsfall sind Karteikarten perfekt geeignet. Natürlich kannst du auch versuchen, dir alles auf anderen Wegen zu merken. Doch Karteikarten sind nicht ohne Grund seit langer Zeit ein fester Bestandteil der meisten Prüfungsvorbereitungen.

Das Beste zum Schluss: Schon das Erstellen der Karteikarten ist eine Form des Lernens.

Übungsaufgaben

Immer nur lernen, lernen, lernen, aber nie anwenden, ist einer der größten Fehler während der Prüfungsvorbereitung. Es gibt viele gute Gründe, rechtzeitig Übungsaufgaben in deine Vorbereitung einfließen zu lassen. Hier sind die wichtigsten:

  • Übungsaufgaben bringen Abwechslung in lange Lernphasen und das sorgt für mehr Motivation.
  • Du bist gezwungen, dein Wissen anzuwenden. Spätestens dann wirst du feststellen, dass zwischen „Verstehen“ und „Fragen beantworten können“ ein himmelweiter Unterschied besteht.
  • Du unterstützt dein Gehirn beim Lernen. Wenn du Wissen anwendest, bleibt es viel leichter im Kopf, als wenn du es nur auswendig lernst.
  • Du wirst rechtzeitig auf Schwachstellen aufmerksam, die du bis zur Abschlussprüfung noch beheben kannst, um die Prüfung bestehen zu können.

Woher die Übungsaufgaben stammen, hängt ganz von deiner Weiterbildung und von dir selbst ab. Im einfachsten Fall stellst du dir eigene Fragen und suchst später die passende Lösung heraus. Dabei beschäftigst du dich sehr intensiv mit den Inhalten, was deinen Lernprozess fördert. Allerdings läufst du Gefahr, dass dir eigene Fehler nicht auffallen.

Alternativ kannst du dich auf die Suche nach einer passenden Aufgabensammlung machen. Sie decken viele Inhalte ab und du bekommst die Lösungen gleich mitgeliefert. Außerdem erhältst du einen neuen Blickwinkel auf die Themen.

Aufgabensammlungen können sehr hilfreich sein, wenn du dich noch nicht an alte Prüfungen setzen möchtest. Vielleicht möchtest du sie bis kurz vor der Abschlussprüfung aufbewahren oder du fühlst dich noch nicht fit genug dafür.

Alte Prüfungen

Wenn du dich durch eine Reihe von Übungsaufgaben gearbeitet hast, wird es Zeit für den Ernstfall zu trainieren. Dann solltest du dir ein paar Prüfungen aus den vergangenen Jahren besorgen und durcharbeiten – lieber zu früh als zu spät.

Selbst wenn du gut gelernt hast, wirst du mit Sicherheit über ungewohnte Aufgaben, Formulierungen oder Anforderungen stolpern. Während der Prüfungsvorbereitung ist das noch kein Problem. Mit der Zeit wirst du ein Gespür entwickeln, wie detailliert die Antworten sein müssen und wo die Schwerpunkte der Prüfungen liegen.

Das hilft enorm, den umfangreichen Stoff weiter in „Wichtig“ und „Nicht so wichtig“ zu gliedern.

Hinzu kommt der wichtige Faktor der Routine. Nachdem du eine Reihe von Prüfungen durchgearbeitet hast, wirst du die nächsten Aufgaben viel sicherer angehen. Im besten Fall wirst du in der echten Prüfung den Großteil der Aufgabentypen sofort wiedererkennen.

Hinzu kommt ein Punkt, der gerne unterschätzt wird: die Zeit. Wenn du alte Prüfungen durcharbeitest, kannst du dich schon mal an den zeitlichen Rahmen der Prüfung gewöhnen. Dann wirst du dir die Aufgaben in der Abschlussprüfung viel besser einteilen und mit Sicherheit die Prüfung bestehen.

Willst du mehr über Lernmethoden wissen? Diese Bücher helfen dir:

Die effektivsten Lernmethoden

Frederik Holm:
Einserkandidat

W. Metzig / M. Schuster:
Lernen zu lernen


In welche Phasen kannst du deine Prüfungsvorbereitung einteilen?

Bevor wir zu der Frage kommen, wie lang deine Prüfungsvorbereitung sein sollte, solltest du die gesamte Vorbereitung in kleinere Phase einteilen. Das erleichtert die Planung und hilft dir dabei, den Überblick zu bewahren.

Du profitierst hier vom gleichen Effekt wie bei den Zusammenfassungen: Du machst aus einer großen Herausforderung (die komplette Prüfungsvorbereitung) eine Reihe von überschaubaren Aufgaben.

Diese Methode ist weit verbreitet, zum Beispiel im Zeitmanagement oder zur Motivationssteigerung.

Phase 0: Inhalte aneignen und verstehen

Dieser Teil ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Prüfungsvorbereitung. Er stellt im Prinzip dein Seminar, deinen Online-Kurs oder das Lesen von Inhalten dar. Erst, wenn du alle Inhalte kennst und den Umfang der Lernphase abschätzen kannst, wird deine Prüfungsvorbereitung gelingen.

Am Ende der Phase 0 solltest du den gesamten Stoff grundsätzlich verstanden haben. Es wird hier und da noch Lücken und Detailfragen geben – das ist kein Problem. An dieser Stelle geht es erstmal um das Gerüst.

Phase 1: Planung und Vorbereitung

Wenn das inhaltliche Gerüst steht, wird es Zeit für die Planung.

Schreibe dir detailliert auf, wann du dich mit welchen Themen beschäftigen willst und in welcher Form das Lernen stattfinden soll.

Dabei solltest du möglichst alle Phasen einplanen, die ich dir gerade vorstelle.

Der zweite Faktor der Phase 1 ist die konkrete Vorbereitung der Inhalte. Mach eine kleine Inventur, in der du prüfst, welche Zusammenfassungen, Karteikarten und Übungsaufgaben dir noch fehlen. Anschließend setzt du dich ran und erstellst oder besorgst dir alle Unterlagen, die du brauchst.

Am Ende dieser Phase solltest du alles parat haben, was für eine gute Prüfungsvorbereitung notwendig ist: Karteikarten, Zusammenfassungen, Mindmaps, Übungsaufgaben und so weiter. Mit dieser Grundlage kannst du dich voll und ganz auf das Lernen konzentrieren und wirst die Prüfung bestehen.

Wie lange die Phase 1 dauern sollte, ist ganz schwer zu sagen. Der Zeitplan für die Prüfungsvorbereitung ist sicherlich an einem halben Tag zu schaffen. Wie lange du aber für das Zusammenfassen aller Inhalte brauchst, hängt von vielen Faktoren ab: Wie umfangreich ist der Lernstoff?  Wie leicht oder schwer fällt dir das Zusammenfassen? Wie viele Karteikarten brauchst du?

Eine Faustregel kann ich dir mit auf den Weg geben: Zusammenfassungen dauern immer länger als man vorher denkt.

Trello ist ein hilfreiches Tool, um Struktur in die Planung deiner Prüfungsvorbereitung zu bringen.
Trello ist ein hilfreiches Tool, um Struktur in die Planung deiner Prüfungsvorbereitung zu bringen.

Phase 2: Lernen und Anwenden aller Themengebiete

Wenn du dir alle Infos zurechtgelegt hast, geht es ans Eingemachte. Jetzt wird gelernt!

Für den Beginn der Prüfungsvorbereitung würde ich dir empfehlen, immer einen längeren Block zu jedem Themengebiet zu machen: eine Woche Unternehmensführung, danach eine Woche Rechnungswesen und so weiter.

Wenn du schon am Anfang zu sehr zwischen den Themen springst, verlierst du schnell den Überblick.

Sobald du die einzelnen Themengebieten verinnerlicht hast, wird es dir deutlich leichter fallen, Verknüpfungen zwischen den Bereichen zu ziehen.

Wieder stellt sich die Frage, wie lange diese Phase dauern sollte. Leider gibt es wieder keine allgemeine Antwort dafür. Nach meiner Erfahrung funktioniert die Regel „1 Woche = 1 Themengebiet“ recht gut. Wenn du zu lange in einem Bereich bleibst, geht irgendwann die Erinnerung an die anderen Themen verloren.

Phase 3: Üben, üben, üben.

Wenn du dich in den einzelnen Themenbereichen sicher fühlst, wird es Zeit, die Inhalte zu kombinieren und das Wissen anzuwenden. Du solltest also einerseits weiter auswendig lernen und parallel dazu in die Übungsaufgaben einsteigen.

Dabei empfiehlt es sich, den Anteil der Anwendungsaufgaben schrittweise zu steigern, je näher du an den Prüfungstermin kommst.

Welche Übungsaufgaben du wählst, bleibt dir überlassen. Wenn du noch ausreichend Zeit hast, kann es hilfreich sein, erst allgemeine Übungsaufgaben zu machen und anschließend die reale Prüfungssituation mit alten Prüfungen zu simulieren. Bist du etwas spät dran, kann es sich lohnen, direkt mit alten Prüfungen zu beginnen.

Diese wichtige Phase deiner Prüfungsvorbereitung sollte unbedingt einige Wochen dauern. Auch wenn es eine vergleichsweise kleine Klausur ist, empfiehlt es sich, ausreichend Zeit zu blocken. Bei umfangreichen Prüfungen können das auch mal einige Monate werden.

Am Ende der dritten Phase solltest du bereit sein, um die Prüfung zu bestehen:

  • Du hast dir das notwendige Wissen angeeignet und es gefestigt.
  • Du hast möglichst viele Übungsaufgaben bearbeitet und fühlst dich sicher dabei.
  • Du hast alte Prüfungen bearbeitet und ein Gespür für Länge, Anforderungen und Schwerpunkte deiner Abschlussprüfung bekommen.

Phase 4: Puffer für Notfälle

Egal, wie detailliert du deine Prüfungsvorbereitung planst, es kann und wird immer etwas dazwischenkommen: eine Familienfeier, eine Erkältung oder einfach fehlende Motivation.

Daher solltest du mindestens 1 bis 2 Wochen Puffer einplanen, damit du am Ende nicht in Zeitnot gerätst.

Falls du den Puffer nicht brauchst, super! Dann kannst du die freie Zeit nutzen, um dir noch etwas Routine für die Prüfung anzueignen. Außerdem kannst du etwas Luft holen, bevor der große Tag kommt.

An manchen Tagen läuft es einfach nicht rund mit dem Lernen. Für solche Fälle solltest du ausreichend Puffer eingeplant haben.
An manchen Tagen läuft es einfach nicht rund mit dem Lernen. Für solche Fälle solltest du ausreichend Puffer eingeplant haben.

Phase 5: Ruhe vor der Prüfung

Die letzte Phase deiner Prüfungsvorbereitung ist ziemlich kurz – genau einen Tag lang. Am Tag vor der Abschlussprüfung solltest du dich möglichst nicht mehr mit Lernen beschäftigen. Gönne deinem Kopf und deinem Körper eine Mini-Auszeit, damit du am nächsten Tag 100 Prozent geben kannst, um die Prüfung zu bestehen.

Und denk dran: Geh rechtzeitig schlafen, damit du am Prüfungstag fit bist.


Die wichtigsten Anhaltspunkte, wie lange deine Prüfungsvorbereitung dauern sollte

Wie gern würde ich dir exakt sagen, wie viele Wochen und Tage deine Prüfungsvorbereitung dauern muss… Dann könntest du einfach diesen Artikel lesen und würdest problemlos deine Prüfung bestehen.

Leider geht das nicht!

Die Länge der Vorbereitung hängt von zu vielen persönlichen Faktoren ab: Für welche Prüfung lernst du? Wie gut hast du die Themen schon verstanden? Wie viel Zeit kannst du pro Woche in das Lernen investieren?

Damit du möglichst einfach einen individuellen Plan erstellen kannst, möchte ich dir ein paar Anhaltspunkte nennen, an denen du dich orientieren kannst. Je nachdem, ob sie zutreffen oder nicht, sollte deine Prüfungsvorbereitung länger oder kürzer ausfallen.

Faktor 1: Wie neu ist der Stoff für dich?

Das mag auf den ersten Blick offensichtlich erscheinen, ist aber enorm wichtig. Wenn du neue Themen lernst, die auf altem Wissen aufbauen, hat das einen großen Vorteil für dich.

Unser Gehirn mag Verknüpfungen, sodass du dir das Wissen viel besser einprägen kannst.

Wenn du dich in ein komplett neues Thema einarbeiten musst, solltest du auch deutlich mehr Zeit für die Prüfungsvorbereitung einplanen. Selbst wenn du die neuen Inhalte leicht verstanden hast; das Einprägen und Anwenden ist eine ganz andere Sache.

Faktor 2: Wie gut war deine Vorbereitung bisher?

Spätestens nach der Phase 1 (Planung und Vorbereitung) solltest du dich fragen, wie gut deine Planung wirklich war. Sind wirklich alle (!) Karteikarten geschrieben? Wie groß ist die Gefahr, dass du dich doch noch mit neuen Details auseinandersetzen musst?

Stell dir diese Fragen und beantworte sie ganz ehrlich. Wenn du dir zwischendurch ein ganz neues Thema aneignen musst, geht schnell eine Woche Lernzeit verloren.

Faktor 3: Musst du mehr auswendig lernen oder mehr anwenden?

Es gibt manche Klausuren – gerade Studenten können ein Lied davon singen – in denen nur stumpfes Auswendiglernen angesagt ist. Keine Anwendung, nur Wiederholung.

Auf der anderen Seite gibt es Prüfungen – zum Beispiel die IHK-Prüfungen – bei denen es vor allem auf die Anwendung des Wissens ankommt, um die Prüfung zu bestehen.

Beide Varianten haben großen Einfluss auf die Dauer deiner Prüfungsvorbereitung.

Nur auswendig lernen ist zwar nervig, geht aber meist etwas schneller als zig Übungsaufgaben durchzurechnen. Dafür solltest du ein paar mehr Pausen einplanen, damit die Informationen sich im Gehirn festigen können.

„Auswendiglern-Prüfungen“ erfordern grundsätzlich etwas weniger Zeit als Prüfungen, bei denen du viel anwenden musst.

Wichtige Ausnahme: Dir liegt auswendig lernen überhaupt nicht.

Bei Prüfungen, die vor allem Anwendung erfordern, muss viel Zeit für Übungsaufgaben eingeplant werden. Dort ist es am besten, immer und immer wieder, Aufgaben zu bearbeiten. Das kostet Zeit. Außerdem kann immer mal wieder ein Verständnisproblem auftauchen, das sich für dich partout nicht lösen lässt. Auch das raubt dir wertvolle Stunden oder Tage.

Nimm dir also, wenn möglich, ein bis zwei Wochen zusätzlich, in denen du ausschließlich Übungsaufgaben durcharbeitest.

Faktor 4: Wie viel Zeit hast du wöchentlich zur Verfügung?

Dieser Aspekt ist der Hauptgrund, warum ich dir nur wenige konkrete Zahlen nennen kann. Ich weiß nicht, wie lange du am Tag bzw. in der Woche lernen kannst. Manche können den ganzen Tag lernen, andere müssen es neben Arbeit und Kind irgendwie in den Kalender quetschen.

Stell dir schon während der Planung die Frage, wann du wirklich zum Lernen kommst. Beachte dabei auch, dass Pausen unverzichtbar sind, um sich alles zu merken.

Setze dir einen Zeitrahmen, den du wöchentlich zum Lernen reservieren möchtest.

Wichtig: Baue auch hier einen Puffer ein! Wenn du 10 Stunden lernen willst, blocke vorsorglich 12 Stunden im Kalender. Denn es kann immer – und wird – etwas dazwischenkommen.

Wenn du viel um die Ohren hast, ist es übrigens hilfreich, in den Randstunden des Tages zu lernen. Da sind die Störfaktoren meistens noch nicht so ausgeprägt.

Tipp: Suche dir feste Anhaltspunkte für die Einteilung des Stoffes

Abzuschätzen, wie lange man für die Prüfungsvorbereitung braucht, ist gar nicht so einfach. Versuche es deshalb so mathematisch wie möglich zu machen und suche dir konkrete Kennzahlen. Das können Seitenzahlen sein, die Anzahl der Karteikarten oder die Menge an Übungsaufgaben, die du schaffen willst.

Dann probierst du aus, wie lange du für einen kleinen Teil davon brauchst, zum Beispiel: 20 Minuten für 10 Karteikarten oder 1,5 Stunden, um eine Zusammenfassung zu lernen. Mit diesen Infos rechnest du auf den gesamten Lernstoff hoch, baust noch einen Puffer von ca. 20% ein und schon hast du die perfekte Länge für deine Prüfungsvorbereitung.


Gute Gründe, warum du lieber etwas früher anfangen solltest

Wenn du zur Gruppe der „Ich fange frühestens eine Woche vor der Prüfung an zu lernen“-Studierenden gehörst, dann ist dieser Abschnitt perfekt für dich. Ich möchte dir vier gute Gründe nennen, warum du lieber etwas früher mit der Prüfungsvorbereitung anfangen solltest.

Du entwickelst eine Routine

Wenn du rechtzeitig und regelmäßig lernst, profitierst du gleich doppelt. Einerseits wird das Lernen zur Routine, sodass es dir auf Dauer leichter fallen wird, dich an die Arbeit zu machen. Andererseits wirst du irgendwann die meisten Aufgabentypen kennen und kannst in der Abschlussprüfung nicht mehr überrascht werden.

Doch das dauert seine Zeit: Forscher haben herausgefunden, dass es im Schnitt 66 Tage dauert, um eine neues Verhalten zur Routine zu machen. Also fang lieber rechtzeitig an zu lernen.

Das Wissen landet im Langzeitgedächtnis

Damit unser Gehirn die unzähligen Eindrücke verarbeiten kann, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden, ist es ein Meister im Aussortieren. Es landet zwar relativ viel im Kurzzeitgedächtnis, doch nur ein Teil davon gelangt bis ins Langzeitgedächtnis. Dort ist nämlich nicht genug Platz.

Das Verschieben ins Langzeitgedächtnis und das Festigen der Informationen nennt man Konsolidierung. Dafür braucht es erstens regelmäßige Wiederholungen und zweitens – wie sollte es anders sein – Zeit.

Wenn du dir den Prüfungsstoff also wirklich fest einprägen willst, brauchst du ausreichend Zeit dafür.

Konsolidierung durch ausreichend Schlaf
So kann man sich die Konsolidierung im Gehirn vereinfacht vorstellen: Gelerntes Wissen bleibt erstmal im Kurzzeitgedächtnis, wird durch Wiederholung und Schlaf in das Langzeitgedächtnis verschoben. Das ist die perfekte Basis für neue Lerninhalte.

Wer früher anfängt, schläft häufiger

Das mag erstmal komisch klingen, doch Schlaf ist einer der wichtigsten Faktoren beim Lernen. Während der Nacht bekommt das Gehirn genug Ruhe, um die Eindrücke des Tages zu verarbeiten. Schlafen wir nicht genug, geht viel Wissen wieder verloren, weil das Gehirn es nicht abspeichern kann.

Wenn du erst ein paar Tage vor der Prüfung anfängst zu lernen, wirst du mit Sicherheit zu wenig Schlaf bekommen und das Wissen wird nicht lange im Gehirn bleiben. Wie willst du dann die Prüfung bestehen?

Du kannst den Spacing-Effekt nutzen

Der Spacing-Effekt ist ein Phänomen, das schon vor vielen Jahrzehnten entdeckt wurde. Es besagt, dass man sich Inhalte besser merken kann, wenn man sie nicht nur regelmäßig wiederholt, sondern auch die Pausen zwischen den Lerneinheiten immer größer werden lässt.

Damit meine ich nicht, die Pausen von einer Viertelstunde auf zwei Stunden zu erhöhen. Es geht darum, erst einzelne Tage und später sogar ein bis zwei Wochen zu warten, bevor man ein Thema erneut wiederholt.

Dir wird einleuchten, dass das mit einer allzu kurzen Prüfungsvorbereitung nicht möglich ist.


Fazit: Prüfungsvorbereitung braucht Zeit, Planung und Fleiß

Die Prüfungsvorbereitung ist ein komplexes Thema und eine der größten Herausforderungen der Weiterbildung. Ich hoffe, dass du mit meinem Leitfaden ein bisschen Struktur in das Lernen bekommst und zielgerichtet planen kannst.

Nimm dir genug Zeit für die Planung! Das wird sich am Ende auszahlen.

Zum Abschluss möchte ich noch einen Tipp wiederholen, den man nicht oft genug hören kann:

Fange lieber etwas früher an!

Es werden Tage kommen, an denen es nicht läuft und die dich viel Zeit kosten. Darauf solltest du vorbereitet sein. Außerdem entzerrt eine längere Lernphase die Prüfungsvorbereitung ein wenig. So bist du auch am Tag der Prüfung noch entspannt.

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